Gesundheitsförderungsprogramm „ENERJI

Das vorliegende Gesundheitsförderungsprogramm wurde vom Wiener Institut für Sozial- und Gesundheitspsychologie (ISG) in Kooperation mit dem Phönix-Schulen und den Lernpoint Bildungsinstituten und in Zusammenarbeit mit ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis entwickelt.

Es beruht in seinem theoretischen Aufbau auf den Grundlagen des derzeit führenden europäischen Suchtpräventionsprogramms „Unplugged“, welches im Zuge des EU-Projekts „EU-DAP“ (European Drug Addiction Prevention), an dem das ISG Wien als österreichische Partnerinstitution mitgearbeitet hat, erarbeitet wurde. Das Konzept des Programms “ENERJI“ wurde dabei sowohl inhaltlich als auch das Procedere betreffend unter Berücksichtigung kulturspezifischer Einflussfaktoren adaptiert und neu gestaltet.

Das Pilot-Projekt „Suchtprävention mit MigrantInnen (SPM)„, in Rahmen dessen das vorliegende Programm entwickelt wurde, wird aus Mitteln des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) gefördert sowie unter Ko-Finanzierung der Projektpartner Phönix-Schulen und Lernpoint Bildungsinstitute in den Jahren 2011-2014 umgesetzt.

Das Programm „ENERJI“ für den Gebrauch in der Sekundarstufe I dient der Förderung von „gesunden“ Verhaltensweisen im frühen Jugendalter. Sein Instrumentarium dient der Förderung von Lebenskompetenzen (sog. „Life Skills“), die sich als wirksam für die Prävention verschiedener Risikoverhaltensweisen erwiesen haben.

Frühe Prävention bei jungen Menschen

Wenn Gesundheitsförderung das Verhalten von Jugendlichen tatsächlich beeinflussen soll, muss damit sehr früh begonnen werden. Zigaretten, Alkohol und Medikamente sind Drogen, die vielen jungen Menschen oft schon aus eigener Erfahrung bekannt sind. Internet, Handy, soziale Plattformen wie Facebook, Konsolen usw. werden immer früher Teil der Realität für Jugendliche. Gewalt in der Kommunikation ist für viele Jugendliche Teil ihrer alltäglichen Erfahrungen, sei es in der Familie, im Freundeskreis oder in der Vermittlung durch Medien, wo sich Realität und Phantasiewelt oft schwer trennen lassen. Prävention kann jedoch nur dann wirken, wenn die SchülerInnen sie in ihr alltägliches Leben integrieren und mit Gleichaltrigen diskutieren können. Wir stellen daher mit dem vorliegenden Programm eine Verknüpfung von Informationen mit persönlichen und sozialen Fertigkeiten her.

Interaktives Training

Das Programm „ENERJI“ besteht aus 12 Einheiten, damit es innerhalb eines Schulsemesters durchgeführt werden kann. Für Lehrkräfte wurde ein Training im Umfang von 2 Tagen entwickelt, dessen Besuch eine Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung des Programms darstellt.
In diesem Training werden Hintergrund und Struktur der Einheiten vorgestellt, sowie die notwendigen Einstellungen und Methoden für die Arbeit an Lebenskompetenzen und kognitiven sozialen Einflüssen erläutert. Interaktivität ist eine Schlüsselkomponente des Programms „ENERJI„, da es hierbei um mehr als nur Fragen und Antworten geht, sondern darum, Ihre SchülerInnen zum positiven Austausch und Arbeiten zu bewegen.